Rippenschmerzen können in zwei Rubriken unterteilt werden. Es gibt die Form der chronischen Rippenschmerzen. Hiervon spricht man, wenn die Schmerzen einen längeren Zeitraum (etwa 6 Monaten) anhalten. Es sind regelmäßig wiederkehrende Beschwerden. Die akuten Rippenschmerzen können als Warnsignal für eine andere Erkrankung auftreten.

Rippenschmerzen auf der linken Seite

rippenschmerzen links

Die Ursache für länger anhaltende Rippenschmerzen auf der linken Seite können z.B. die Bauchspeicheldrüse oder die Milz sein.

Die Schmerzen unter dem linken Rippenbogen können auf Beschwerden des Magens, der Bauchspeicheldrüse, dem Dickdarm, der Milz oder des Herzens hinweisen. Es gilt als Erstes abzuklären, welche organische Erkrankungen vorliegen können. In jedem Fall ist es ratsam, wenn die Rippenschmerzen links länger anhaltend sind, einen Arzt zu konsultieren. Er hat die Möglichkeit die richtige Diagnostik anzuordnen. Nachdem die Befunde vorliegen, wird er sie auswerten und die entsprechende Therapie verordnen. Die linke Seite sollte wegen der Bauspeicheldrüse und wegen des Herzens besonders beachtet werden. Oft sind es Signale, bei denen schnelles Handeln angesagt ist. Sobald die ersten Zeichen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sich bemerkbar machen, sollte eine schnelle Behandlung erfolgen. Die Bauchspeicheldrüse ist ein sehr schwer zugängliches Organ. Ein operativer Eingriff ist somit sehr Risiko behaftet. Ein Herzinfarkt, oder eine Schleimbeutelentzündung des Herzens, wäre bei Schmerzen in der linken Seite auch denkbar. Auch hier sollte umgehend Abhilfe durch einen Arztbesuch geschaffen werden. Fehlhaltungen, eingeklemmte Nerven und auch Brüche können derartige Schmerzen hervorrufen.

Rippenschmerzen auf der rechten Seite

rippenschmerzen rechts

Rippenschmerzen auf der rechten Seite sind Anzeichen für Erkrankungen z.B. der Leber oder den Gallenwegen.

Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen können durch Erkrankungen der Leber, der Gallenblase, den Gallenwegen und dem Dickdarm ausgehen. Meist zeigen die aufgeführten möglichen Krankheiten weitere Anzeichen. So können Gallensteine, welche die Gallengänge blockieren, zu einer Gallenblasentzündung führen. Neben den Rippenschmerzen rechts findet man häufig eine Einfärbung der Haut, eine Entfärbung des Stuhlgangs und Erbrechen vor. Kolikartige Schmerzen können auch kurz nach der Einnahme einer fettreichen Mahlzeit auftreten. Ebenfalls ist die unausgewogene Ernährung ein Faktor, der die Bildung einer sogenannten Fettleber begünstigt. Diese verursacht auch Schmerzen an den Rippen auf der rechten Seite. Ist der Dickdarm der Verursacher der Schmerzen wird man häufig einen aufgetriebenen Leib, Appetitlosigkeit und mangelhaften Stuhlgang beobachten. Sind innere Organe nicht verantwortlich, kann der Bewegungsapparat in Betracht gezogen werden. Eine schlechte Rückenmuskulatur führt zu einer Fehlhaltung. Diese kann auf Dauer zu Schmerzen im rechten Bereich der Rippen führen. Untergewicht, Übergewicht oder mangelnde Bewegung begünstigen diese Beschwerden.

Handelt es sich um Organerkrankungen, ist der Arzt gefragt. Dieser stellt die genaue Diagnostik sicher und leitet die erforderliche Therapie ein. Gegen Übergewicht oder auch dem Bewegungsmangel kann der Patient selbst sehr viel tun. In jedem Fall ist für eine ausgewogene Ernährung zu sorgen. Sofern dies nicht vom Arzt untersagt ist, sollten die sportlichen Aktivitäten mehr ins Visier genommen werden.
Über diese Beschwerden klagen vor allem auch Schwangere. Im letzten Drittel der Schwangerschaft tritt der Rippenschmerz rechts verstärkt auf. Diese Symptomatik ist darauf zurückzuführen, dass sich die Gebärmutter weiter vergrößert und demzufolge auf die Leber und die Gallenblase drückt. Wenn das Schmerzempfinden wesentlich tiefer liegt, sollte der Arzt auf jeden Fall konsultiert werden.

Rippenschmerzen beim Husten

rippenbruch

Ein Rippenbruch kann vor allem für das Herz und die Lunge gefährlich werden.

Bei dieser Symptomatik kann man als Erstes einen Rippenbruch in Betracht ziehen. Ursache ist in den meisten Fällen ein direkter Unfall. Im umgekehrten Fall kann auch ein kräftiger Husten zu einem Rippenbruch führen. Rippenserienbrüche (nebeneinanderliegende Rippen sind gebrochen oder angebrochen) führen verstärkt zu Atemhemmungen. In jedem Fall sollten durch Röntgenbilder abgeklärt werden, dass keine Begleitverletzungen, beispielsweise von inneren Organen im Bauchraum, vorliegen. Besonders groß ist das Risiko bei einem Rippenbruch, dass die Lunge und das Herz verletzt werden. Es könnte so zu massiven Blutungen in der Lunge kommen, was ein Kollabieren zur Folge hätte. Handelt es sich um einen unverschobenen Rippenbruch, ist die Gabe von hustenstillenden Tropfen und Medikamenten gegen die Schmerzen. Hingegen sollte bei einer Rippenserienfraktur der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen werden. Rippenschmerzen beim Husten können auch auf einen eingeklemmten Nerv hinweisen. Es gilt gezielt die Ursache, nämlich den eingeklemmten Nerv, zu therapieren. Die Rippenfellentzündung (Pleuritis) kann die Ursache für die Rippenschmerzen beim Husten sein. Eine Rippenfellentzündung ist meist die Folge einer Lungenentzündung (Pneumonie). Hier gilt es, rasch zu handeln. Zunächst muss die Verdachtsdiagnose bestätigt werden. Blutuntersuchungen werden begleitet von Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen. Die Therapie besteht unter anderem in der Verabreichung von Antibiotika, gegebenenfalls Schmerzmitteln und Hustensaft, welcher dem Reizhusten entgegenwirkt.

Plötzliche Rippenschmerzen

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Bei plötzlich auftretenden Rippenschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Plötzliche Rippenschmerzen sollten immer als Alarmsignal gewertet werden. Liegt keine direkte Gewalteinwirkung (stumpfes Trauma) vor, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die bisher genannten inneren Organe können hierfür verantwortlich sein. Um sicherzugehen, woher der Schmerz rührt, wird der Arzt in jedem Fall ein Blutbild anfordern. Ferner ist das Röntgen des Patienten wichtig, um sicherzustellen, dass keine Verletzungen innerer Organe vorliegen. Dies könnte bei einem offenen Rippenbruch passieren, indem die umliegenden Weichteile durchspießt werden.

Risikofaktoren bei Rippenbrüchen sind einerseits Unfälle und Sport, insbesondere Ballsportarten. Andererseits spielt das Alter des Menschen eine erhebliche Rolle. Die Elastizität der Rippen lässt deutlich nach. Ausstrahlende Schmerzen, durch eingeklemmte Nerven und durch eine Schwangerschaft, kommen bei Rippenschmerzen infrage. Die letzte Rubrik, welche für derartige Beschwerden verantwortlich sein können, sind die inneren Organe. Dies sind deutliche Warnzeichen auf zu behandelnde Erkrankungen.